ein Boot aus meiner Werkstatt habe ich hier ja noch gar nicht gezeigt. Es ist die 30er Schäre Agneta (ohne H). Ich habe sie nach einem Riss von Gustav Estlander gebaut. Allerdings habe ich damals beim Zeichnen einige kleine Veränderungen an Kiel und Ruder sowie an der Käjüte vorgenommen.
Der Rumpf hat eine Länge von 2,36m und ist damit an der Grenze des noch zu transportierenden. (Zum Glück fahre ich einen Bus) Das Gerüst ist schon beeindruckend und ich habe mich damals gefragt, ob ich es nicht übertreibe:
Nun ja, das ist alles eine Frage der Perspektive. Neben mir wirkt der Rumpf sehr lang, oder ich wirke sehr kompakt... Ich weiß es nicht
Allerdings wog der Rohbau nur etwa 3 kg, das finde ich sehr leicht für ein Boot dieser Größe.
Das Deck und auch das Käjütdach wurde aus Mahagoni und Teak hergestellt:
Zum erstenmal habe dabei eine Fischung hergestellt. Ist mir nicht ganz so gut gelungen, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber man sieht es beim segeln zum Glück nicht.
Das Cockpit habe ich konseqent verschlossen. Das sieht zwar nicht so schön aus, wie wenn man die Spanten sieht, aber ich hatte damals Bedenken, dass es mir bei Krängung und Wellen vollaufen könnte. Allerdings habe ich gelernt, dass die Bedenken bei diesem Modell überflüssig sind. Bisher war die Plicht fast immer trocken.
Der Rumpf wurde wie bei mir üblich nur im Kielbereich überlaminiert und der Rest klar lackiert:
Das Unterwasserschiff in grau mit weißem Wasserpass.
Alle Mahagoniteile wurden ebenso klar lackiert. Das mit Sikaflex verfugte Teakholz blieb unbehandelt. Jetzt nach 8 -9 Jahren und öfter mal segeln ist das Teak fast überall schön silbergrau geworden. Man kann schön sehen, wo immer Wasser stand und welche Bereiche meist trocken geblieben sind. Auf dem Dach sind noch einige Braune Stellen zu sehen. Ich finde es toll, denn so sieht man dem Modell heute die "Meilen" an.
Auftakeln kann ich den mast bei 2,4 m über dem Deck nur draußen auf der Terrasse. Das Modell hat einen Peitschenmast, was das Boot nach meinem dafühalten noch eleganter macht.
Zuletzt ein Bild zusammen mit dem Boot von Johannes, einem 1,8m schlanken SK15.
Im Boot arbeiten 3 Segelwinden. Sie bewältigen ein Großsegel mit ca. 1qm Fläche und Genuas bis zu 0,7 qm Fläche. Da ist schon ordentlich Zug drauf. Die Winden waren damals mit 30 kg/cm Drehmoment angegeben und sie halten bis heute, was sie versprachen. Wenn eine Schot irgendwo eingehakt ist, hat man das Gefühl, gleich zerreißt es das ganze.... Leider habe ich diese Winden noch nirgends wiedergefunden... Einige habe ich mir damals auf Reserve gelegt.
Hier mal ein Blick ins Vorschiff mit den Umlaufschoten aus Dyneema Drachenschnur. Die haben sich in 8 Jahren nicht gelängt.
Gesteuert wird das Modell mit einer einfachen MC10 umgeabut auf 2,4 GHz. Vor 8 Jahren war das noch up-to-date und preislich günstig. Die zwei Modelle, die man da programmieren kann, sind jeweils für das kleine und das große Vorsegel. Klappt gut.
Hier ein Bild von einer der ersten Ausfahrten auf dem Leeraner Freizeithafen.
Die große Genua habe ich noch etwas beschnitten. Das Unterliek steigt jetzt leicht an und wurde etwas gekürzt. Damit klappen die Wenden jetzt sicher.
Bewegte Bilder von vor ein paar Wochen und der Jungfernfahrt vor 9 Jahren sind hier:
Segeln und gleichzeitig filmen ist übrigens sauschwer. Man hat nicht genügend Hände....
Wenn man sich an sie gewöhnt hat, ist sie nicht zickig sondern eher recht flott.
Ich transportiere die 22 kg alleine aus dem Keller, auf dem Handwagen zum Auto und wieder mit dem Handwagen an den See. Zum reinsetzen greife ich das Boot unten am Mast und am Traveller. So gehe ich dann ins Wasser...
Größer würde ich nicht bauen wollen, aber der Anblick auf dem Teich im Vergleich zu anderen Modellen entschädigt mich für alle Mühen.
Ich kann nur empfehlen, sich dieses Modell einmal in Aktion anzusehen. Es verkörpert meiner Meinung nach Alles was unser Hobby so faszinierend macht. Großes Kompliment an Lothar....ein Meisterstück!